Inhalt - Applikations-Entwicklerin

Nadia Yepez, Applikationsentwicklerin

Nadia Yepez kann gut Probleme analysieren und eine Lösung dafür finden. Sie meint, Programmiersprachen seien wie jede andere Sprache und, wenn Mädchen in der Schule Programmieren ausprobieren könnten, so würde ihre Angst abgebaut.

    • Ich bin Nadia Yepez

      Nadia Yepez Applikationsentwicklerin IBM Schweiz Porträt des Berufsbilds

      Nadia Yepez, Applikationsentwicklerin (Foto: Markus Lamprecht)

    • Mein Job

      „Wir erweitern eine komplexe Software-Anwendung“

      Ich bearbeite als Applikationsentwicklerin bei IBM Schweiz sogenannte Requirements. Diese beschreiben die Anforderungen, was die Software Neues oder Anders können soll. Ein Requirement eines Kunden lautet zum Beispiel: „Die Lohnausweise müssen direkt von den Arbeitgebern in digitaler Form und nicht wie in der Vergangenheit in Papierform an den Kunden gesendet werden“.

      Zuerst analysiere ich die Anforderung und mache ein Konzept, wie diese Anforderung implementiert und in die grosse, komplexe Applikation unseres Teams integriert werden könnte. Richtig herausfordernd ist es, die beste Lösung  zu finden. Ich muss in einem ersten Schritt das ganze System betrachten und mögliche Gefahren berücksichtigen. Anschliessend muss ich die im Konzept festgehaltenen Funktionen programmieren. Ich kann dabei meine Kreativität anwenden, man erfindet dabei etwas Neues. Etwas, für das es noch keine Lösung gibt.

      Jeder kann eine Programmiersprache lernen. Denn diese haben so wie jede andere Sprache ein Alphabet, eine Grammatik und eine Semantik (Bedeutungen von Zeichen, Anm. d. Red). Spannend ist es, dass man durch Programmieren komplexe Probleme lösen und neue Bedürfnisse befriedigen kann.

      „Ich arbeite immer im Team“

      Ich arbeite immer im Team. Im aktuellen Projekt besteht das Team aus 10 Informatikern. Die Hälfte des Teams arbeitet aus der Schweiz und die andere Hälfte aus Rumänien. Insgesamt sind wir 4 Frauen im Team. Alle Teammitglieder kennen unsere Kunden persönlich, das gilt auch für meine Kollegen aus Rumänien. Sie kommen auch zum Kundenbesuch in die Schweiz, denn es ist wichtig, dass sich alle persönlich kennen.

      Wenn ich programmieren muss, muss ich mich konzentrieren. Dafür trage ich meinen Kopfhörer und höre Musik, welche mich inspiriert. Oft muss ich aber auch mit meinem Team oder mit dem Kunden Informationen austauschen. Gute Kommunikationsfähigkeiten sind dabei sehr wichtig: ich muss verstehen, was der Kunde braucht und ihm allenfalls erklären, was möglich ist. Manchmal muss ich erfahrene Kollegen fragen, wenn ich ein Teil der Applikation nicht kenne. Es kommt auch vor, dass ich eine bestimmte Aufgabe zusammen mit einem Kollegen oder eine Kollegin aus Rumänien bearbeiten soll, da muss die Kommunikation einfach funktionieren.

      „Ich kann gut Probleme analysieren“

      Ich kann gut Probleme analysieren und abstrahieren. Ich kann mir etwas vorstellen, das es noch gar nicht gibt. Die Analyse- und Kommunikations-Fähigkeiten sind sehr wichtig für eine Applikationsentwicklerin. Ich war in der Schule gut in Mathematik und das hilft schon, aber auch Mathematik ist eine Sprache, die jede Person lernen kann.

      Ich habe Freude an Technik und habe deshalb einen technischen Beruf gewählt. Zu Hause repariere ich meinen Computer selbst und privat interessiere ich mich für diverse Technologie-Themen wie zum Beispiel Energietechnik, denn Ökologie liegt mir am Herzen.

      „Ich habe in der Schule in Peru erstmals programmiert“

      Programmieren gehört unbedingt in die Schule. Wir haben in Peru an unserer Schule kleine Programme in „Basic“ geschrieben, da war ich 12. Wenn man etwas selbst programmiert, dann ist man in der Lage etwas Konkretes über Applikationsentwicklung zu erfahren. Das ist gerade für Frauen wichtig, die oft Angst oder Vorurteile haben, wenn es um Technik geht.

      „Kickboxen ist intensiv und ein guter Ausgleich“

      Ich trainiere regelmässig Kickboxen, ich kämpfe jedoch nicht. Mein Trainer sorgt dafür, dass das Training sehr intensiv wird. Dieses Training ist ein guter Ausgleich zu meinem Beruf, da ich sonst den ganzen Tag vor dem Computer sitze. Es gibt ja sehr unterschiedliche Charaktere unter Informatikern, ich kenne einen Partyfreak, der nachts nach Hause kommt und weiter programmieren mag.

      „Mädchen, habt keine Angst vor Informatik!“

      Als ich an der Fachhochschule mein Informatikstudium begann, war es manchmal wegen dem kleineren Frauenanteil schwierig, mich zu recht zu finden. Mit der Zeit gewöhnte ich mich daran. Informatik ist sehr vielfältig und man hat die Möglichkeit wirklich etwas zu erzeugen, zu schaffen und man sieht das Resultat. In meinem Fall ist das Resultat die Software-Anwendung und ich kann sehen, wie diese das Leben von Menschen verändert. Der Beruf als Applikationsentwickler hat Zukunft, auch in der Schweiz.

      Mädchen, habt keine Angst vor Informatik! Programmiersprachen sind wie jede andere Sprache am Anfang halt ein bisschen schwierig, aber man kann sie lernen. Und danach macht es viel Spass!

      IBM Global Business Services: Application Innovation Services

      Die „Application Innovation Services“ umfassen bei IBM Schweiz Beratung, Bereitstellung und Integration von End-to-End-Lösungen sowie die Entwicklung von massgeschneiderten Anwendungen.