Inhalt - Business Engineer

Sven Bolliger, Business Engineer

Unter seinem bürgerlichen Namen sorgt Sven Bolliger als Business Engineer dafür, dass am Bankschalter alles reibungslos abläuft. Als Sven Spacey verblüfft er sein Publikum seit 25 Jahren mit seiner Zauberkunst. Er sagt, dass sich beide Berufe gegenseitig befruchten.

    • Ich bin Sven Bolliger

      Perspektive Informatiker als Business Engineer Bankbranche der Schweiz

      Sven Bolliger (Foto: Markus Lamprecht)

    • Mein Job

      „Mich interessiert, wie Bankangestellte unsere Software nutzen“

      An einem typischen Tag stehe ich nicht allzu früh auf, fülle meinen Travel-Mug mit Schwarztee und fahre ins Büro. Ich bin Fachverantwortlicher für Schalterapplikationen und habe zwei unterschiedliche Aufgabengebiete, die Schalterangestellte sowie Kunden von Banken betreffen.

      Einerseits lese und beantworte ich viele E-Mails, denn ich leiste Second Level Support (komplexere Hilfestellung für Banken, wenn zum Beispiel ein ungeduldiger Schalterangestellter die Software mit dem „Task Manager“ mitten im Verabeitungsprozess schliesst). In diesem Falle bin ich für das Troubleshooting verantwortlich und programmiere vieles selbst, wenn ich Zeit habe.

      Andererseits ist „meine“ Applikation für den Bankschalter ein Teil unserer komplexen Softwarelösung für eine ganze Bank, welche immer weiterentwickelt wird. Dies ist meine Hauptaufgabe, und dabei interessiert mich, wie die Bankangestellten die Software nutzen. Ich analysiere Bedürfnisse und kläre ab, ob andere Banken dasselbe auch benötigen. Aktuell arbeite ich beispielsweise für den papierlosen Betrieb am Bankschalter.

      Bei gesetzlichen Änderungen muss alles termingerecht fertig werden. Es heisst also für mich, jede Weiterentwicklung gut zu planen, damit sie rechtzeitig getestet und implementiert werden kann.

      „Ich bin besonders gut im Planen und im Teambereich“

      Ich habe eigentlich einen Allrounder-Job: ich muss das Bankfach kennen und habe Ausbildungen als Analytiker und Programmierer. In meinem Beruf kann ich alles nutzen, was ich gelernt habe. Das macht meinen Job so vielfältig, interessant und anspruchsvoll. Ich programmiere so viel wie möglich selbst, aber in meiner Aufgabe muss man nicht unbedingt programmieren können. Besonders gut bin ich im Planen und im Teambereich, und ich führe gerne Menschen. Ich habe mich der Informatik zugewandt, weil ich Spass am analytischen und logischen Denken habe. Schon in der Schule war ich gut in Rechnen und Informatik (und im Turnen) und ich mochte alles, was logisch nachvollziehbar ist. In der Informatik muss man die Grundlagen und Mechanismen verstehen, man kann nicht einfach auswendig lernen.

      „Die Banken- und Zahlungsbranche ist ein attraktiver Markt“

      Ich habe zuerst Programmieren gelernt (1987 gab es keine Informatik Ausbildungen wie heute, sondern nur ein Studium oder eine halbjährige Ausbildungen bei Grossbanken und Versicherungen wie ich sie gemacht habe) und mich dann als Analytiker und im Bankfach weitergebildet. Mehrheitlich habe ich in der Banken- oder Zahlungsbranche gearbeitet. Es ist ein attraktiver Markt, denn Software ist sehr wichtig für die Branche. So habe ich mir Know-how aufgebaut, das ich jetzt gut brauchen kann. Meine langjährige Erfahrung hilft mir sehr, die Banken zu verstehen. Programmiersprachen und Methoden können sich rasch ändern, das Bankgeschäft jedoch nicht so schnell.

      „Die Zauberei hilft mir, vor Bankkunden zu präsentieren“

      Die Zauberei ist seit 25 Jahren mein Nebenberuf. Ich arbeite nur 80% – mit flexiblen Arbeitszeiten. Das ist für mich enorm wichtig, damit ich beides unter einen Hut bringen kann. In der Zauberei mag ich es, Kunststücke zu analysieren und Menschen „lesen“ zu lernen; der Show-Aspekt hilft mir umgekehrt, vor Bankkunden zu präsentieren. Zauberei bedeutet Kunstfertigkeit und viel Üben – ein guter Ausgleich zur kopflastigen Arbeit bei der Finnova AG.

      „Mit Spielzeug objektorientiertes modulares Programmieren üben“

      Die Informatik spricht Menschen an, die Spass an analytischem und logischem Denken haben. In meinem Falle ist auch die zeitliche Flexibilität wichtig. Ich würde eine Stärkung der Informatik in der Schule befürworten. Zum einen ist der Umgang mit Computern, Excel und PowerPoint in jedem Beruf wichtig, zum andern sollte man im Unterricht spielerisch lernen, einfache Programme zu schreiben oder eine Homepage zu gestalten. Mit Spielzeug wie „Lego Mindstorms“ könnte man objektorientiertes modulares Programmieren gut üben. Heute steckt ja überall Informatik drin; eine grosse Mehrheit von Menschen ist damit überfordert. Daher muss man Grundlagen lernen und einen Einblick in Informatik gewinnen.

      finnova AG Bankware

      Die finnova AG Bankware ist ein auf Bankensoftware spezialisiertes Schweizer Unternehmen mit Sitz in Lenzburg. Nach Anzahl der Banken (über 100 Universal- und Privatbanken) hält das Unternehmen den grössten Anteil im Markt der Banksoftware.