Inhalt - Seitenblick 12 2014

Im Westen nichts Neues

«Die Bearbeitung Ihrer Anfrage verspätet sich. Das tut uns leid. Wir informieren Sie, sobald wir einen neuen Bearbeitungsstand für Sie haben», war der letzte Update, den ich vom Kundendienst unseres Mobilfunkanbieters vor zwei Wochen erhalten habe. Dies nachdem ich in einem früheren E-Mail darauf hingewiesen wurde, dass die Abrechnung völlig korrekt sei und ich selbstverständlich auch in Raten zahlen dürfe. Nun ja, es freut mich sehr, dass sich mein Anbieter um meine Liquiditätssituation kümmert, wahrscheinlich ist ihm dabei aber entgangen, dass die Rechnung immer automatisch per LSV von unserem Konto abgebucht wird. Also noch nichts Neues im Westen – oder literarischer, im Westen nichts Neues (nur nicht zu viel hinein interpretieren!) Das nächste Mal gibt es hoffentlich mehr.

So wenden wir uns erfreulichen Dingen zu. Zum Jahresende sollte man sich ja über die positiven Dinge des Lebens freuen. Und davon gibt es einmal mehr zuhauf. Der Swiss ICT Award und das Swiss ICT Symposium waren ein grosser Erfolg und alle Beteiligten beim swissICT kamen müde, aber glücklich aus Luzern zurück. Dass wir mit Martin Odersky einen profilierten Botschafter der Schweizer Informatik mit einem Sonderpreis auszeichnen konnten ist per se schon beeindruckend, dass er aus der Westschweiz kommt macht die Sache perfekt.

Zusammen mit irewind kommen damit 50% der Ausgezeichneten aus der Westschweiz. Bravo!

Würde ich nun die Herkunft des Swiss ICT Award Gewinners auch noch herausstreichen, so könnte mir dies als Chauvinismus (des Baslers, Anm. d. Red.) ausgelegt werden, deshalb lasse ich es und freue mich, dass ein Produkt, auf dem zwar nicht IT draufsteht, aber drin steckt, ausgezeichnet wurde. Es ist faszinierend, dass Kunst heute mit einer Belegschaft, die zu 50% aus Ingenieuren besteht, produziert wird.

Vielleicht haben das auch die Verfasser des Lehrplanes 21 mitbekommen und sich nun entschieden, Informatik darin aufzunehmen. Viel wahrscheinlicher aber ist dies den Bemühungen vieler Exponenten unserer Branche zu verdanken. Darunter nicht zuletzt die Kommission Bildung des Dachverbands ICTSwitzerland. Herzlichen Dank an alle, die sich eingesetzt haben! Und ich sage vor allen Dingen danke im Namen unserer Kinder.

Meine Kolumne kann und soll kein Jahresrückblick sein, aber meine Vorstandskollegen und ich blicken mit Freude auf die vergangenen 12 Monate zurück.  Für mich zwar noch etwas früh, wenn Sie dies lesen, aber genau rechtzeitig wünsche ich Ihnen eine besinnliche und schöne Weihnachtszeit und bedanke mich für Ihre Unterstützung und Ihr Engagement beim swissICT – als Mitglied, Mitstreiter oder schlicht als Leser.

Thomas Flatt ist Präsident swissICT, Verwaltungsrat und Berater
(Die Kolumne erschien 8.12.2014, veröffentlicht auch im swissICT-Magazine. Anm. d. Red: Diese Kolumne basiert auf einer vorangehenden Kolumne mit einer Umfrage)