Inhalt - AMOSA 2015

Studie «Arbeitsmarktmobilität und Fachkräftemangel»

Die Studie «Arbeitsmarktmobilität und Fachkräftemangel» der Arbeitsmarkt-Beobachtung AMOSA zeigt, dass bei den Regionalen Arbeits-Vermittlungszentren Fachkräftepotenzial vorhanden ist und Stellensuchende bereit sind, flexibel am Arbeitsmarkt zu agieren. Grundlage für die Studie ist ein neuer Fachkräftemangel-Indikator, der zeigt, dass Ingenieur- und Informatikberufe zu den am stärksten von Fachkräftemangel betroffenen Berufsklassen gehören. Zu den Projektpartnern zählt auch swissICT.

Publikation: 31.3.2015

Autoren: AMOSA (Arbeitsmarktbeobachtung Ostschweiz, Aargau, Zug, Zürich)


Das Thema Fachkräftemangel beschäftigt Wirtschaft und Politik seit geraumer Zeit. In diesem Zusammenhang ist es von Interesse, dass die Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) in der Schweiz steigende Anteile an gut qualifizierten Stellensuchenden verzeichnen: von 2002 bis 2013 ist der Anteil an Stellensuchenden mit tertiärem Bildungsabschluss im AMOSA-Gebiet von zehn Prozent auf 17 Prozent gestiegen. Vor diesem Hintergrund haben sich die Arbeitsmarktbehörden von zehn Kantonen dazu entschlossen, im Rahmen ihrer Arbeitsmarktbeobachtung das Thema Arbeitsmarktmobilität und Fachkräftemangel zusammen mit Projektpartnern aus Wirtschaft und Berufs- und Personalberatung aufzugreifen.

Tiefe Arbeitslosigkeit bei Stellensuchenden mit Mangelberufen

Auf Basis eines von AMOSA entwickelten Fachkräftemangelindikators wurden fünf Berufsklassen zur vertieften Analyse ausgewählt. Stellensuchende aus Berufen der Metallverarbeitung und des Maschinenbaus, des Ingenieurwesens, der Technik, der Informatik sowie des Baugewerbes sind sowohl für die Stellenvermittlung als auch für die Wirtschaft von Bedeutung.

Die Arbeitslosigkeit in diesen Mangelberufen ist tief – mit Ausnahme des Maschinenbaus und des Bausektors. Dies bestätigt einerseits das Bild von Berufen mit hoher Nachfrage nach Arbeitskräften. Andererseits zeigen die Ergebnisse, dass auch in diesen sehr gefragten Berufen Stellensuchende auf den RAV gemeldet sind, die ein Potenzial darstellen zur Deckung des Fachkräftemangels.

Informatiker: einige Studien-Erkenntnisse

  1. "Für Informatiker lag die Stellensuchendenquote 2013 im AMOSA-Gebiet bei 2.3 % und hat in den vergangenen Jahren – trotz Fachkräftemangel – kontinuierlich zugenommen.
  2. Insbesondere bei Technikern, Informatikern und auch in der Metallverarbeitung und dem Maschinenbau sind mittelqualifizierte und teilweise auch ältere Personen unter den Arbeitslosen stärker repräsentiert als unter den Erwerbstätigen. Die Betroffenen verfügen in der Regel über eine Berufausbildung und auch Berufserfahrung. Dennoch deutet ihre Arbeitslosigkeit darauf hin, dass für eine erfolgreiche Reintegration in den Arbeitsmarkt Re- oder Nachqualifizierungsbedarf besteht.
  3. Besonders Stellensuchende mit Informatikberufen und Metallverarbeitungs- und Maschinenbauberufe zeigen eine grosse Bereitschaft zu beruflichen Veränderungen.
  4. Zug und Zürich weisen mit hohen Anteilen an hochqualifizierten Erwerbstätigen auch überdurchschnittlich viele Ingenieure und Informatiker unter den Arbeitslosen auf.
  5. Auffällig ist der im Vergleich zu den Erwerbstätigen hohe Anteil an über 50-jährigen Stellensuchenden."

(alle Zitate aus AMOSA-Studie)

Projektpartner

Die Studie «Arbeitsmarktmobilität und Fachkräftemangel – Chancen und Herausforderungen für Stellensuchende und Unternehmen» wurde mit folgenden Projektpartnern realisiert: Schweizerischer Baumeisterverband (SBV), Schweizerischer Verband der Informations- und Kommunikationstechnologie (swissICT), Verband der Schweizer Maschinen-, Elektro und Metallindustrie (Swissmem), den Beratungsdiensten für Ausbildung und Beruf Aargau (ask!) sowie der Zürcher Gesellschaft für Personal-Management (ZGP).