25. August 2026

ICT-Salärstudie 2026: Post-Corona-Boom vorbei – Top-Spezialisten legen zu

Ist es die Ruhe vor dem (KI-)Sturm oder einfach die Plafonierung der Post-Corona-Entwicklung? Nach Jahren des spürbaren Wachstums überrascht die Entwicklung mit einem Trendbruch: der Post-Corona-Boom ist vorbei, die Inflation drückt auf die Kaufkraft und KI verändert den Sektor wesentlich. Die gefragtesten Spezialistinnen und Spezialisten sind hingegen noch gesuchter: bei ihnen zieht der Markt weiter an. Zudem: Flexible Arbeitsmodelle sind Standard und die Kosten tragen mehrheitlich die Mitarbeitenden.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Gesamtmedian der Saläre wächst 2026 nur noch um 0,2%, nach +0,4% im Vorjahr und +1,7% respektive +1,8% in den beiden Jahren davor. Der Post-Corona-Boom bei den ICT-Löhnen ist vorbei, die Inflation drückt auf die Entwicklung und KI verändert den Sektor massgeblich.
  • Senior Experts verdienen im Mittel CHF 177’938, ein Plus von 2,8% und seit 2020 ein Anstieg von 16,2%. Das untere Management liegt dagegen nominal unter dem Niveau von 2020.
  • Der begleitende Employment Conditions Report zeigt: 94% der Unternehmen ermöglichen Homeoffice, nur 6% verlangen volle Präsenz. Finanziell entschädigt wird das kaum: 83% zahlen nichts dafür.
  • Die ICT-Salärstudie basiert 2026 auf 37’112 Salären aus 214 teilnehmenden Unternehmen, vom KMU bis zum Grossunternehmen, und ist die umfassendste Erhebung ihrer Art in der Schweiz seit 1981.

Der Post-Corona-Boom ist vorbei

Ab 2020 wurde ICT-Talent auf breiter Front knapp: Die Digitalisierung beschleunigte sich pandemiebedingt in praktisch allen Branchen gleichzeitig, entsprechend breit war die Nachfrage nach Fachkräften, über alle Rollen und Stufen hinweg. Diese breite Nachfrage und die wirtschaftliche Entwicklung trieb die Löhne 2023 und 2024 mit +1,8% respektive +1,7% klar nach oben, nicht nur an der Spitze, sondern mit Blick auf den Gesamtmarkt. Eine regelrechte Boomphase in dieser Breite. 2025 und 2026 kippt dieses Muster: Der Gesamtmedian wächst nur noch um 0,4% und 0,2% für das jeweilige Jahr. Das ist keine blosse Verlangsamung, sondern ein Wechsel der Wachstumslogik: von «alle profitieren» zu «nur noch einzelne Rollen und Level, die diese Entwicklung erfahren». Ein Senior verdient 2026 im Mittel CHF 130’650, praktisch gleich viel wie im Vorjahr. «Nach mehreren Jahren spürbaren Wachstums ist die aktuelle Ruhe selbst eine Aussage», sagt Cornelia Ammon, Studienleiterin. «Der Markt hat sich neu sortiert: Wo früher breites Wachstum herrschte, zählen heute vor allem die jeweilige Skills bzw. Kompetenzen.»

Die Gewinner: Fachkarriere überholt Führungskarriere

Zwei Gruppen bewegen sich seit 2026 in unterschiedliche Richtungen. Die Breite stagniert. Das betrifft die grosse Mehrheit der erfassten Fachkräfte auf Junior-, Professional- sowie unterer und mittlerer Managementstufe. In der Gesamtbetrachtung heisst das: Junior-Löhne wuchsen seit 2020 nur um 1,3%, Professionals um 1,9%, das untere Management liegt mit −0,5% nominal sogar unter dem Stand von 2020. Die Spitze mit der kleinen Gruppe der ausgewiesenen Spezialist:innen auf Senior-Expert- und oberer Managementstufe, zieht dagegen weiter an. Das obere Management legte im gleichen Zeitraum um 17,9% zu. Bemerkenswert: Die Fachkarriere hat aktuell die Führungskarriere beim Lohn überholt. Ein:e Senior Expert:in verdient im Median rund CHF 177’938 und liegt damit im direkten Vergleich deutlich über dem mittleren Management bei CHF 156‘000.

Ganz oben und ganz unten öffnet sich die Schere

«Wer heute Fachleute für KI, Cloud, Cybersecurity oder Daten sucht, konkurriert in einem Markt, in welchem die Nachfrage das Angebot übersteigt. Das spiegeln unsere Zahlen deutlich», sagt Urs Gurtner-Oesch, Leiter der Arbeitsgruppe ICT-Saläre von swissICT. «Für Unternehmen wird es damit schwieriger, sich verlässlich am Markt zu orientieren: Die Regel, dass Erfahrung und Hierarchie automatisch den höchsten Lohn bedeutet, gilt nicht mehr generell. Entscheidend ist auf welchen Skills die Erfahrung beruht.» Kurt Lanz, Geschäftsführer von swissICT ergänzt: «Ein stabiler Gesamtmarkt verleitet leicht zur Annahme es brauche keine Lohnanpassungen». «Bei den gefragtesten Spezialistinnen und Spezialisten ist aber das Gegenteil der Fall: Wer hier nicht differenziert hinschaut und den Markt im Blick hat, riskiert genau die Abgänge, die sich am schwersten ersetzen lassen.» Auch beim Berufseinstieg zeigt sich Bewegung: Junior-Neueinstellungen erhalten 2026 im Mittel CHF 80’000, ein Plus von 2,6%. Der Wettbewerb um junge Talente bleibt intensiv, auch wenn der Einstieg durch den Einfluss von KI-Werkzeugen anspruchsvoller wird.

Employment Conditions Report: Flexibilität ja, auf eigene Kosten

Das jüngste Produkt in der Reihe, der begleitende Employment Conditions Report zu den Anstellungsbedingungen, zeigt, dass hybrides Arbeiten in der ICT-Branche längst Standard ist: 94% der teilnehmenden Unternehmen ermöglichen Homeoffice, nur 6% verlangen volle Büropräsenz, am häufigsten sind drei Bürotage vorgeschrieben. Bei der Kostenfrage zeigt sich jedoch eine klare Lücke: 83% der Unternehmen entschädigen Homeoffice finanziell nicht, 92% stellen keine materielle Ausstattung zur Verfügung. «Homeoffice ist in der ICT-Branche längst kein Verhandlungspunkt mehr, sondern Grundausstattung», sagt Cornelia Ammon. «Die Flexibilität ist angekommen, die Kostenfrage bleibt bei den Mitarbeitenden.» Die Auswertung zeigt zudem, dass sich Anstellungsbedingungen deutlicher zwischen Branchen unterscheiden als zwischen Regionen.

Für Rückfragen und weitere Informationen wenden Sie sich gerne an uns:

Cornelia Ammon, Verantwortliche ICT-Salärstudie, cornelia.ammon@swissict.ch

Philipp Binaghi, Leiter Kommunikation, philipp.binaghi@swissict.ch, 078 789 98 83

 

Zur aktuellsten Versionen der ICT-Salärstudie 2026

 

Mit Ihrem Besuch auf unserer Website stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung und der Verwendung von Cookies zu. Dies erlaubt uns unsere Services weiter für Sie zu verbessern. Datenschutzerklärung

OK