Road to «Agiles Beschaffungs-Manifest»

Beschaffende Stellen und ICT-Anbieter sitzen zu selten am selben Tisch, wenn es um die konkreten und verbindlichen Ausgestaltung der Zusammenarbeit geht. Die Beschaffungsexpertinnen und -experten unserer Fachgruppe Lean, Agile & Scrum bringen deshalb beide Seiten zusammen. Das Ziel: gemeinsam ein Manifest für eine zielgerichtetere, transparentere und erfolgreichere ICT-Beschaffung erarbeiten. Bist du dabei?

Warum ein Manifest?

Die Schweizer ICT-Branche setzt jedes Jahr Hunderte von Projekten und unzählige Dienstleistungen um. Wie gut das gelingt, entscheidet sich oft schon vor dem Projektstart, nämlich bei der Frage, wie beschafft wird. Gerade bei komplexen Vorhaben hängt der Erfolg weniger an einem möglichst vollständigen Pflichtenheft als an der Fähigkeit, zusammenzuarbeiten, mit Veränderungen umzugehen und gemeinsam Lösungen zu finden.

Das Beschaffungsrecht bietet dafür Gestaltungsspielräume, die heute noch zu selten genutzt werden. Wir wollen gemeinsam zeigen, wie ICT-Beschaffung für alle Beteiligten erfolgreicher werden kann, und zwar nicht als Utopie, sondern auf der Basis erprobter Praxis.

 

Zwei Seiten, ein wiederkehrendes Problem

Viele ICT-Projekte beginnen mit einem Pflichtenheft, das mehr verspricht, als am Ende gehalten werden kann, und enden in gegenseitigen Schuldzuweisungen. Das ist keine Frage von gutem oder schlechtem Willen einer Seite, sondern von Prozessen, die Zusammenarbeit selten begünstigen.

Aus Sicht der Beschaffungsstellen

Ausschreibungen müssen eine Lösung spezifizieren, bevor der Anbieter und dessen Fähigkeiten überhaupt bekannt sind. Damit steigt das Risiko, das eigentliche Bedürfnis zu verfehlen.

Aus Sicht der Anbieter

Fixpreise auf unklarem Umfang, einseitig verteilte Risiken und ein Preiswettbewerb, der Qualität und Fachkräfte unter Druck setzt.

 

Unsere Werte

Wir erschliessen Wert für Verwaltung, Gesellschaft und Wirtschaft durch eine Beschaffung, die Lernen, Zusammenarbeit und Anpassungsfähigkeit ermöglicht. Dabei respektieren wir Transparenz, Gleichbehandlung, Wettbewerb und Wirtschaftlichkeit. Wir sind überzeugt, dass sich ICT-Vorhaben nicht vollständig spezifizieren, planen oder bewerten lassen, bevor die Arbeit beginnt.

 

 

Der Weg zum Agilen Beschaffungs-Manifest:

Unser Vorgehen

Das Manifest entsteht nicht am Schreibtisch der Fachgruppe, sondern im Dialog mit allen Interessierten. Den Weg dorthin halten wir bewusst offen, damit alle beitragen können.

  1. Erfahrungen sammeln: Beschaffende Stellen und Anbieter bringen ihre Erfahrungen und Anliegen ein.
  2. Gemeinsames Verständnis schaffen: Wir definieren gemeinsam, wovon wir sprechen, und legen die Grundlage.
  3. Prinzipien erarbeiten: Wir entwickeln Prinzipien und Lösungsansätze für ein Agiles Beschaffungs-Manifest für die ICT-Landschaft Schweiz.

Die weiteren Schritte kommunizieren wir laufend über die Mailingliste der Initiative.

Interessiert? Hier geht es zur Mailingliste

Erster Workshop

Der Auftakt zum gemeinsamen Weg, offen für Beschaffungsstellen und ICT-Anbieter.

Datum: 21. Oktober 2026

Zeit: 12:00 – 13:00 Uhr

Ort: Online

 

Die Ausschreibung erfolgt auf der Eventagenda von swissICT

Jetzt anmelden

Was das hier nicht ist:

 

Das finale Manifest ist kein einseitiges Positionspapier und kein politisches Statement. Die Grundprinzipien des öffentlichen Beschaffungsrechts — Transparenz, Gleichbehandlung, Wettbewerb, Wirtschaftlichkeit — stehen nicht zur Debatte. Es geht darum, die bestehenden Spielräume gemeinsam besser zu nutzen.

Die Initianten

 

Reto Maduz, Mitglied der GL, TEQABLE AG

Stephan Sutter, CTO Bern, ti&m AG

Thomas Molitor, Experte für agile Beschaffung, agile.agreement

Alle drei Mitglieder der Fachgruppe Lean, Agile & Scrum von swissICT

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