Digitale Kompetenz greifbar machen: Orientierung mit DigComp 3.0

Für die Fachgruppe stand 2025 im Zeichen der Klärung – und genau darin lag ihre besondere Wirkung. Während vielerorts über Digitalisierung, KI und Skills gesprochen wird, fehlte oft ein gemeinsames Verständnis davon, was unter „digitaler Kompetenz“ konkret zu verstehen ist. Die Fachgruppe hat dieses Thema bewusst als Wettbewerbsfaktor positioniert und geschärft: Digitale Kompetenz bedeutet, dass Menschen in einer digital geprägten Arbeitswelt handlungsfähig bleiben – sei es beim kritischen Umgang mit Informationen, in der Zusammenarbeit, im verantwortungsvollen Einsatz von Daten oder im reflektierten Umgang mit neuen Technologien wie KI.
Mit dieser inhaltlichen Klärung wurde aus einem diffusen Handlungsfeld ein konkreter Entwicklungsraum für Organisationen.
Ein zentraler Bezugspunkt war dabei der Referenzrahmen DigComp 3.0. Für die Fachgruppe dient er nicht als theoretisches Modell, sondern als praxisnahe Grundlage, um Kompetenzen sichtbar und entwickelbar zu machen: Wo stehen Teams heute? Welche Fähigkeiten werden in den nächsten 12 bis 18 Monaten relevant? Und wie lassen sich diese gezielt im Arbeitsalltag aufbauen? Die Fachgruppe übernahm dabei eine verbindende Rolle, indem sie Organisationen, Expertinnen und Experten sowie konkrete Anwendungsansätze zusammenbringt.
Im Verlauf des Jahres zeigte sich zudem deutlich, dass digitale Kompetenz vor allem im Transfer entsteht – nicht in isolierten Schulungen, sondern in der täglichen Arbeit, in Projekten und in konkreten Entscheidungssituationen. Der kontinuierliche Austausch innerhalb der Community erwies sich dabei als zentraler Erfolgsfaktor.
Ausblick
Im Jahr 2026 will die Fachgruppe DigComp 3.0 noch konsequenter als Fundament nutzen und den Fokus gleichzeitig stärker auf die Umsetzung legen – insbesondere im Umfeld von KMU.
Ziel ist es, Organisationen nicht nur konzeptionell zu begleiten, sondern konkrete Vorhaben gemeinsam umzusetzen: von der Standortbestimmung über die Priorisierung relevanter Kompetenzen bis hin zur Entwicklung von Lernpfaden und der Begleitung des Transfers in den Arbeitsalltag. Dabei gewinnt insbesondere dialogisches Lernen an Bedeutung. In einer Arbeitswelt, in der Informationen jederzeit verfügbar sind, wird die Fähigkeit, gemeinsam einzuordnen, zu hinterfragen und fundierte Entscheidungen zu treffen, zum entscheidenden Faktor.
Parallel dazu treibt die Fachgruppe Themen wie Microlearning und Microcredentials weiter voran. Sie reagieren auf zwei zentrale Herausforderungen: begrenzte Zeitressourcen und den Wunsch nach sichtbarer Anerkennung von Kompetenzen. Kurze, anwendungsnahe Lernimpulse und klar nachvollziehbare Kompetenznachweise sollen dazu beitragen, Lernen wirksamer und anschlussfähiger zu gestalten.
Ein geplanter Schwerpunkt ist zudem der Aufbau eines „DigComp 3.0 Praxis-Labs“. In diesem kollaborativen Format werden gemeinsam mit KMU konkrete Anwendungsfälle bearbeitet, Kompetenzen systematisch entwickelt und Erfahrungen aus der Praxis für die Community nutzbar gemacht.
Highlights
• Etablierung eines klaren Verständnisses von digitaler Kompetenz auf Basis von DigComp 3.0
• Stärkung von Transfer-Formaten und Micro Learnings als praxisnahe Lernansätze
Für die Fachgruppe
Dr. Daniel Stoller-Schai, Leiter Fachgruppe Digital Competency
Mitglieder
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