24. November 2025

Fachgruppenpower für digitale Exzellenz

Die Fachgruppe Digital Transformation Insights (DTI) ist ein aktiver Think Tank innerhalb von swissICT. Sie bringt Expert:innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung zusammen, um praxisorientierte Werkzeuge für den digitalen Wandel zu entwickeln. Damit zeigt sie exemplarisch, welchen greifbaren Mehrwert Fachgruppenarbeit stiften kann.

Eines der bekanntesten Ergebnisse dieser Arbeit ist der Digital Excellence Checkup, ein aus der Fachgruppenarbeit hervorgegangenes Online-Tool, mit dem Organisationen ihren digitalen Reifegrad bestimmen können. Darauf aufbauend entstand der Digital Excellence Report, der ein datenbasiertes Bild der digitalen Fitness der Schweizer Wirtschaft liefert. Solche Instrumente entstehen aus der ehrenamtlichen Arbeit engagierter Fachgruppenmitglieder, und zwar von der ersten Idee bis hin zur erfolgreichen Nutzung in Unternehmen, NPOs und Verwaltungen in der Schweiz.

 

Warum digitale Exzellenz entscheidend ist

Digitale Exzellenz ist heute nicht nur ein Wettbewerbsvorteil; sie ist die Grundvoraussetzung für die Zukunftsfähigkeit von Organisationen. In einer vernetzten, daten- und innovationsgetriebenen Welt entscheidet sie über Agilität, Resilienz und Markterfolg. Dabei geht es nicht allein um Technologie: Prozesse, Kultur, Leadership und datenbasierte Entscheidungsfähigkeit müssen ebenso mitwachsen.

Führungskräfte, die digitale Reife kontinuierlich messen und gezielt ausbauen, können technologische Trends schneller nutzen, Kundenanforderungen präziser erfüllen und ihre Organisation krisenfester aufstellen.

 

Die Entstehung des Digital Excellence Checkups

2018 gründete André Tasca die swissICT-Fachgruppe Digital Transformation Insights. Ziel war es, für Führungskräfte eine belastbare, praxisnahe Entscheidungsgrundlage zu schaffen: Wo steht mein Unternehmen heute in der digitalen Transformation? Wo liegen die grössten Lücken?

2019 kam Prof. Bramwell Kaltenrieder als Co-Präsident hinzu, ein ausgewiesener Experte für Reifegradmodelle, Mitautor der Digital Transformation Reports (2015–2017, Universität St. Gallen). Aus weltweiten Studien war klar: Digital Maturity ist ein strategisch relevantes Thema, doch es fehlte ein leicht zugängliches, unabhängiges und differenziertes (Mess-)Instrument für Schweizer Unternehmen.

Nach mehreren Iterationen und Praxistests entstand das swissICT Digital Maturity Model, inspiriert von Ansätzen des MIT, der HSG, der FHNW und der BFH. Es umfasst Fragen zu sieben Themenfeldern bzw. Dimensionen:

1. Strategie & Transformationsmanagement: Das Strategie- und Transformationsmanagement stellt sicher, dass sich die Organisation langfristig in attraktiven Märkten behauptet.

2. Unternehmensführung & Kultur: Die Unternehmens- und Führungskultur bestimmen in hohem Masse, inwiefern zukunftsweisende Strategien und zwingende Veränderungen überhaupt umgesetzt werden können.

3. Innovationsmanagement: Ein professionelles Innovationsmanagement sorgt dafür, dass Kund:innen neue, bessere Lösungen erhalten. Damit steigert die Organisation ihre Relevanz am Markt.

4. Customer Experience: Ein erfolgreiches Customer-Experience-Management steigert die Zufriedenheit der Kund:innen sowie die Abschluss- und Weiterempfehlungsrate.

5. Prozessautomatisierung: Die Automatisierung von Prozessen steigert deren Effizienz und Qualität.

6. ICT: Ein professionelles ICT-Management ermöglicht die Beschleunigung von Prozessen im Kerngeschäft und bildet dazu die Grundlage für neue digitale Produkte, Services, Kommunikation und Transaktionen.

7. Daten: Ein professionelles Datenmanagement ermöglicht fundiertere Entscheidungen. Gleichzeitig wird die Basis für den Betrieb kompletter Wertschöpfungssysteme geschaffen, die nicht vor der Organisationsgrenze haltmachen.

 

Digital Excellence Checkup: Von der Theorie in die Praxis

Im Juni 2020 wurde das Modell als Low-Code-basiertes Online-Tool lanciert. Der Ablauf:

1. Eine Person schätzt die Organisation anhand von 28 Indikatoren und 7 Relevanzwerten je Dimension ein.

2. Das System erstellt automatisch einen Ergebnisreport mit einem Spider-Diagramm – es visualisiert sowohl Erfüllungsgrade als auch die Relevanz der Dimensionen (Abbildung 1).

Seit dem Start haben über 2’400 Personen den Checkup durchgeführt. Unternehmen nutzen ihn, um digitale Handlungsfelder zu priorisieren und Fortschritte im Zeitverlauf zu messen.

Für umfassendere Analysen gibt es den Unternehmens-Checkup. Dieser bezieht mehrere Standorte, Organisationseinheiten und Hierarchieebenen ein.

Abb. 1: Spider-Diagramm einer Organisation: Gaps werden sichtbar

 

Weiterentwicklung 2025: Neue Dimensionen der Messung

2024 schärfte die Fachgruppe ihren Zweck und stellt Unternehmen, NPOs und der öffentlichen Verwaltung ausgewählte Praxis-Tools zur erfolgreichen Gestaltung der Digitalen Transformation zur Verfügung. In der Folge wurde der Checkup um Funktionen mit hohem Mehrwert ergänzt:

• KI-Readiness-Indikatoren: Standortbestimmung zur künstlichen Intelligenz.

• Strategische Unternehmensgruppen: Visuelle Verortung einer Organisation in den drei Gruppenbereichen (siehe auch Abbildung 2) für Vergleichbarkeit und Benchmarking.

• Branchen-Benchmark: Für Weiterbildungsteilnehmende verfügbar, um sich mit Peer-Gruppen zu messen.

 

Der Digital Excellence Report: Datenbasierte Standortbestimmung der Schweiz

2023 veröffentlichten Forschende der BFH und FHNW gemeinsam mit der Fachgruppe den Digital Excellence Report 2023, basierend auf über 600 Unternehmen und 1’300 Teilnehmenden. Die Ergebnisse:

1. Digital Fit (35 %): Organisationen, die ihre Transformation solide vorantreiben, teils exzellent.

2. Mittelbereich (39 %): Unternehmen mit kleineren, aber wachsenden Defiziten.

3. Grosser Handlungsbedarf (26 %): Organisationen mit hoher Transformationsrelevanz, aber geringer Maturität.

Diese Daten sind für Führungskräfte wertvoll, um ihre Position im nationalen Kontext einzuordnen und Investitionen abzuleiten.

Abb. 2: Verteilung der Kombinationen aus durchschnittlicher Dimensionsrelevanz und Maturität

 

Ausblick: Mögliche nächste Schritte

Die Fachgruppe prüft Ideen, um den Nutzen der bestehenden Tools weiter ausbauen zu können.

• Personalisierte Roadmaps: Handlungsempfehlungen direkt nach Abschluss des Checkups.

• Erweiterte Prozessautomatisierungs-Dimension: Berücksichtigung von RPA, AI-Agents und Bots.

• Gamification: Motivation durch Badges, Rankings und interaktive Elemente.

• Best-Practice-Integration: Zugang zu Fallstudien, Leitfäden und Community-Austausch.

• OEM-Version für Partner: Nutzung im Co-Branding durch Beratungs- und IT-Dienstleistungsunternehmen.

• Digital Excellence Report 2026: Mit erweiterten Datensätzen und spezifischem Fokus auf KI-Readiness.

 

Mehr zum Digital Excellence Checkup gibt’s hier!

 

 

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