Bewerben und Nominieren

Der Digital Economy Award findet am 14. November 2024 wieder im Hallenstadion statt. Wir suchen wieder die Organisationen, die Projekte, die Persönlichkeiten, die in den vergangenen Monaten die digitale Weiterentwicklung in der Schweiz vorangetrieben haben. Nehmen Sie Ihre Chance wahr und reichen Sie Ihre Bewerbung für den Digital Economy Award in den Kategorien «Digital Excellence» und «Digital Innovation of the Year» ein.

In der Kategorie «NexGen Hero» werden Persönlichkeiten zwischen 20 und 28 Jahren gesucht, die das besondere Potenzial besitzen, die digitale Zukunft der Schweiz mitzugestalten – so wie Jessica Farda und Lucas Renfer. Die Kandidatinnen und Kandidaten werden von Schweizer Bildungsinstituten gescoutet und nominiert.

Nominieren können Sie auch Persönlichkeiten für den Award «The Pascal». Dieser würdigt eine Person, die im vergangenen Jahr die Digitalisierung in der Schweiz massgeblich vorangebracht hat. «The Pascal» ist ein Publikumspreis und wird durch ein öffentliches Voting mit unserem Medienpartner Inside IT ermittelt.

Digital Economy Award

Das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) und seine Vorgängerorganisationen sind seit
 50 Jahren Mitglied bei swissICT. Welche Aufgaben hatte das BIT, bzw. das damalige Bundesamt für Informatik, bei seiner Gründung? 

Dirk Lindemann: 1990 wurde das Bundesamt für Informatik gegründet, zuvor gab es bereits andere Ämter, deren Zuständigkeit im EDV-Bereich lag. Das Bundesamt für Informatik war ein sogenanntes Querschnittsamt und für die Bearbeitung von departementsübergreifenden technischen Fragen der Informatik zuständig. Es entwickelte auch selber Informatikanwendungen.

Das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) entstand 1999 aufgrund der raschen Entwicklung der Informationstechnologie. Bereits damals hat es Informatikleistungen zentral für die Departemente erbracht. Dazu zählten unter anderem Leistungen in den Bereichen Telekommunikation, Internet und Intranet, Beratung, Konzeption, Betrieb und Support sowie Sicherstellung der Katastrophenvorsorge.

Heute, 25 Jahre später, ist das BIT der grösste von mehreren IKT-Leistungserbringern der Bundesverwaltung. Wir betreiben und entwickeln Informatiklösungen für die Bundesverwaltung. Ausserdem stellen wir die Arbeitsplatzsysteme für rund 40’000 Mitarbeitende der Bundesverwaltung zur Verfügung und gewährleisten den Benutzersupport. Das BIT verantwortet zudem den Betrieb der IT-Basisinfrastruktur wie der Daten- und Telekommunikationsnetze und von Rechenzentren. Zunehmend entwickeln wir auch digitale Services für die Bevölkerung, zwei Bei- spiele sind die SwissCovid-App oder das Covid-Zertifikat.

Seit der Gründungszeit haben sich die Informationstechnologien rasant weiterentwickelt. Wie hat das BIT auf diese Veränderungen reagiert?

Wir agieren in einem sich rasant wandelnden Marktumfeld, in welchem sich in kürzester Zeit neue Arbeitsweisen und innovative Betriebsmodelle etablieren. Das BIT muss sich deshalb fortlaufend und rasch anpassen. Die digitale Transformation ist aber auch BIT-intern ein Thema: Zum einen haben wir 2020 die agile Arbeitsweise flächendeckend eingeführt, zum anderen müssen wir unsere internen Prozesse effizienter und durchgehender gestalten, um den sich ändernden Anforderungen und den grösseren Auftragsvolumen gerecht zu werden. Die Automatisierung von internen Prozessen spielt Ressourcen frei, die wir zugunsten der Digitalisierung unserer Kunden einsetzen.

Welches waren wichtige Meilensteine für das BIT in den letzten Jahren?


Ein wichtiger Meilenstein war sicher die Erneuerung der IT-Landschaft der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV), die wir im Programm FISCAL-IT zusammen mit der ESTV erfolgreich abgeschlossen haben. Ein weiteres wichtiges Vorhaben ist das Digitalisierungs- und Transformationsprogramm «DaziT» des Bundesamts für Zoll und Grenzsicherheit, bei welchem alle Zollprozesse überarbeitet, vereinfacht und digitalisiert werden. Aktuell möchte ich das Programm «SUPERB» erwähnen, mit welchem im Herbst 2023 der neue SAP-Standard S/4Hana erfolgreich für die zivile Bundesverwaltung eingeführt wurde.

 

«In der ICT-Branche sind Austausch und Networking essenziell, deshalb profitiert das BIT stark von swissICT.»

 

Das BIT versteht sich als Digitalisierungsmotor der Schweizer Bundesverwaltung. Wie geht ihr vor?


Die Digitalisierung der Bundesverwaltung voranzutreiben, ist unser erklärtes Ziel. Das BIT entwickelt sich immer weiter in Richtung eines Generalunternehmers rund um die Themen IT und Digitalisierung.
 Das heisst, alles, was es für die erfolgreiche Umsetzung von Digitalisierungsvorhaben braucht, bietet das BIT seinen Kunden an. Das umfasst einerseits die technologischen Aspekte: Das BIT hat sich in der Transformation so aufgestellt, dass es rasch auf technologische Veränderungen reagieren und IT-Projekte mit zukunftsgerichteten Technologien mit einem hohen Automatisierungsgrad umsetzen kann. Aber natürlich braucht es für die Digitalisierung mehr als neue Technologien. Unsere Mitarbeitenden haben jahrelange Erfahrungen in unzähligen IT-Vorhaben gesammelt. Dabei haben wir unsere Kunden und deren Geschäftsprozesse vertieft kennengelernt. Für die Bundesverwaltung ist das von grossem Wert: Von diesem spezifischen Know-how profitieren nun unsere Kunden bei der Realisierung ihrer Digitalisierungsvorhaben. Nicht zuletzt bringt das BIT dank seinen agilen Strukturen die nötige Fähigkeit mit, um mit den rasanten Entwicklungen in der IT Schritt zu halten.

Das Covid-Zertifikat ist eines der Projekte des BIT, die die breite Öffentlichkeit kennt. Welche Projekte des BIT sind zurzeit am Entstehen?


In der Corona-Pandemie konnte das BIT zeigen, wozu es fähig ist. Nicht nur in Bezug auf das Covid-Zertifikat, welches innerhalb von sieben Wochen erfolgreich realisiert werden konnte. Während der Pandemie hat das BIT in kürzester Zeit die technische Infrastruktur für ein stabiles und flächendeckendes Homeoffice für die Mitarbeitenden der Bundesverwaltung bereit- und sichergestellt, damit die Fachämter ihre IT-unterstützten Aufgaben 
auch unter erschwerten Bedingungen wahrnehmen konnten.

Auch das bereits erwähnte Programm «SUPERB» legt das Fundament für die weitere Digitalisierung der Supportprozesse in der Bundesverwaltung. Auch die E-ID ist ein wichtiges Projekt, in dem das BIT zusammen mit dem Bundesamt für Justiz (BJ), dem Bundesamt für Polizei (fedpol) und der Digitalen Verwaltung Schweiz (DVS) am Aufbau eines staatlich anerkannten, elektronischen Identifikationsnachweises (E-ID) beteiligt ist. In diesem Zusammenhang baut das BIT die E-ID-Vertrauensinfrastruktur und eine App (Wallet) für elektronische Identitätsnachweise auf.

swissICT bietet ein grosses Netzwerk, viele Events zum Erfahrungsaustausch und diverse Angebote wie die «Berufe der ICT». Wie nutzt das BIT diese Leistungen und Angebote von swissICT?

In der ICT-Branche sind Austausch und Networking essenziell, deshalb profitiert das BIT stark von swissICT, den angebotenen Leistungen und den vielen Events.

Zur Person

Dirk Lindemann

Dirk Lindemann ist seit dem 1. Dezember 2019 Direktor des BIT. Nach langer Tätigkeit in der Privatwirtschaft wechselte Dirk Lindemann im Januar 2013 in die Bundesverwaltung und war zunächst für die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) als CIO und Vizedirektor Ressourcen tätig. Seine berufliche Karriere startete Dirk Lindemann bei Siemens im Jahr 1991, wo er bis 2009 verschiedene Funktionen innehatte, zuletzt als CFO der Siemens Enterprise Communications Schweiz und CFO für die Region Südwesteuropa, Nordafrika & Mittlerer Osten. 2009 war er Mitgründer der iNovendis AG. In dieser Funktion übernahm er die Leitung des IKT-Programms FISCAL-IT bei der ESTV und behielt sie nach seinem Wechsel 2013 zur ESTV in Bern als Leiter der Informatik und Mitglied der Geschäftsleitung bei.

Die Grundlage des Digital Excellence Report

Die sieben Dimensionen des Digital Excellence Checkup

1. Strategie- und Transformationsmanagement stellt sicher, dass sich die Organisation langfristig erfolgreich in attraktiven Märkten behauptet. In dieser Dimension werden die konsequente Ausrichtung der Geschäftsstrategie auf neue Möglichkeiten von digitalen Technologien sowie die klare Planung, Steuerung und Führung der digitalen Transformation berücksichtigt.

2. Die Unternehmens- und Führungskultur bestimmen in hohem Masse, inwiefern zukunftsweisende Strategien und zwingende Veränderungen überhaupt umgesetzt werden können. In dieser Dimension werden die Offenheit der Mitarbeitenden gegenüber digitalen Technologien sowie das Verständnis für die Bedeutung und Konsequenzen von digitalem Wandel angestrebt.

3. Mittels Innovationsmanagement steigert die Organisation die Zufriedenheit ihrer Kunden und verbessert so ihre Position am Markt. In dieser Dimension wird die Nutzung von digitalen Technologien für die Erneuerung von Prozessen, Produkten, Dienstleistungen und Geschäftsmodellen geprüft.

4. Erfolgreiches Customer Experience Management steigert die Kundenzufriedenheit sowie die Abschluss- und Weiterempfehlungsrate. In dieser Dimension werden das Verständnis für Kundenbedürfnisse sowie die Ausrichtung des Kundenerlebnisses auf das veränderte Kundenverhalten geprüft.

5. Professionelle Prozessautomatisierung steigert sowohl die Effizienz als auch die Qualität von Prozessen. In dieser Dimension wird geprüft, ob wirtschaftliche Potentiale digitaler Technologien bei der Verbesserung und Automatisierung von Prozessen genutzt werden.

6. Professionelles ICT-Management beschleunigt Prozesse des Kerngeschäfts und bildet dazu die Grundlage für neue digitale Produkte, Services, Kommunikation und Transaktionen. Mit dieser Dimension wird geprüft, ob Betrieb und Entwicklung von digitalen Technologien auf die neuen Herausforderungen der digitalen Transformation ausgerichtet sind.

7. Mittels Datenmanagement wird neues Wissen generiert, um solidere Entscheidungen treffen zu können. Damit wird die Basis geschaffen für den Betrieb kompletter Wertschöpfungssysteme, die nicht vor der Organisationsgrenze halt machen. Mit dieser Dimension wird geprüft, ob die Organisation ein professionelles Datenmanagement lebt und ob Daten für die Erneuerung von Prozessen, Angeboten und Geschäftsmodellen genutzt werden.

Sieben Dimensionen des swissICT Maturity Models (Quelle: Bramwell Kaltenrieder / swissICT)

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