14. August 2019

Aufgaben und Anforderungen der CDOS und der modernen IT-Manager

Die Digitalisierung zwingt Firmen zum Umdenken und verändert die Aufgaben und Anforderungen der CDOs und IT-Manager der Zukunft.

VON GEORGES GRIVAS & MARCEL HARMANN

Seit Jahren war es das Ziel der IT, zuverlässige und sichere Services gemäss den Anforderungen des Unternehmens zu bieten. Die IT meisterte die Applikationen und die Infrastruktur, wurde mobil und kommerzialisierte erfolgreich digitale Güter – und trotzdem wurde sie lange lediglich dazu verwendet, aufzuzeigen wie neue Technologien erfolgreich zu kapitalisieren, den Firmenwert zu steigern und vor internen und externen Bedrohungen zu schützen.

Durch die Digitalisierung und die vom Kunden getriebene Dynamik wandelte sich die IT innerhalb einer Unternehmung in jüngster Zeit mit dem Business zum Co-Creator. Neue Wege wurden gefunden, Digital-Native-Kunden vollumfänglich zu bedienen. Ganz im Sinne der entdeckten Fokussierung auf die individualisierten Kundenwünsche stehen nun Business-Technologien im Vordergrund, welche für die Gewinnung, Bindung und Betreuung von Kunden von entscheidender Bedeutung sind. DevOps-Prozesse etablierten sich und Umgebungen für eine agile Zusammenarbeit zwischen Business und IT wurden geschaffen. Der strukturelle Wandel der IT vom Servicdienstleister zum Business-Co-Creator fand auch in den Geschäftsleitungen Gehör, Chief Digital Officers (CDOs) tauchten auf mit der Aufgabe, alte Unternehmensstrukturen aufzubrechen und neue zu etablieren, insbesondere dort, wo Chief Information Officers (CIOs) nicht bereit oder in der Lage waren, die Zügel in die Hand zu nehmen.

Überzeugungskraft ist zentral
«T-shaped» CDOs und IT-Manager werden gesucht, die Erfahrungen in der New Economy haben und sich in einer agilen und netzwerkorientierten Organisation mit Überzeugungskraft und Kommunikation durchsetzen können. Verwaltungsräte und Geschäftsleitungen mit einem geringen IT-Verständnis bekunden Mühe, tiefgreifende Veränderungen herbeizuführen, und sorgen mit der hierarchischen organisatorischen Trägheit für Gegenwind des Fortschritts.

CDOs und CIOs haben mehr Möglichkeiten, wenn sie wirklich auf C-Level positioniert werden, ansonsten können sie den digitalen und vor allem den kulturellen Wandel nicht vollumfänglich herbeiführen. Im Idealfall sind CDOs verantwortlich für die digitalen Innovationen und ihre Auswirkungen auf neue digitale Geschäftsmodelle, die letztendlich zur digitalen Transformation führen. Geschäftsleitungen sind gut beraten, die teilweise überlappenden Rollen klar zu definieren, damit die Geschäftsstruktur reibungslos funktioniert. Es spricht natürlich auch nichts dagegen, wenn CIOs beide Rollen übernehmen, falls sie auch CDO-Kompetenzen aufweisen.

Business und IT verschmelzen
Eine IT-getriebene Innovationskultur ist der Ausgangspunkt der digitalen Transformation. Sie unterscheidet sich grundlegend von der heutigen Arbeitsweise der meisten Unternehmen. Die Wichtigkeit der IT wächst und nimmt eine zentrale Stellung ein. Damit einhergehend vermischen sich die Grenzen von IT und Business vermehrt, so sehr, dass die IT komplett in den Kern des Business eingeht. Die heutigen Business und IT-Welten schmelzen zusammen.

Durch die Fusion wird die Fähigkeit geschaffen, sich dem Tempo des Marktes flexibel anzupassen. Durch diese Veränderungen und Transformation sind digitale Ökosysteme mit einer gemeinsamen Plattform realisierbar. Die Organisationsstruktur wird formbar und elastisch, je nach Aufgabe und Priorität. Dies wird die Rolle der C-Level-Führungskräfte und Manager weiter verändern; weg vom Führen von Funktionen hin zum Orchestrieren eines dynamischen digitalen Business. Im Gegensatz zum Bau und zur Optimierung von Silos entwickeln sie sich zu Coaches und Mentoren, die eine dynamische und reaktionsschnelle Organisation gewährleisten.

Autoren: Prof. Dr. Georges Grivas, Professor am Informatik-Departement der Hochschule Luzern
                    Marcel Harmann, Doktorand am Informatik-Departement der Hochschule Luzern und
                    Human-IST Institute Universität Fribourg

Bild: shutterstock.com 

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