7. April 2020

Wie die digitale Welt der Covid-19-Krise entgegnet

Vom 3. bis 5. April haben mehr als 4500 Hacker in 600 Teams und 500 Mentoren am grössten Online Hackathon der Schweiz teilgenommen: Versusvirus . Ein Bericht einer Teilnehmerin der swissICT Fachgruppe Digital Transformation Insights.

von Hannah Bock-Koltschin

Die Welt der Hackathon Teilnehmer vereinigt sich gerade auf der ganzen Welt, um das Gesundheitswesen im Kampf gegen das Virus zu unterstützen. So auch zwischen dem 3. und 5. April in der Schweiz mit mehr als 4500 Hacker in 600 Teams und mit 500 Mentoren.

In 48 Stunden wurden mehr als 263 Projekte eingereicht. Es standen Aufgaben aus den verschiedensten Bereichen wie Hospital & Medical Care, Protection of Risk Groups, Support & Solidarity, Trustable Data vs. Fake News, Isolation and Mental Health, After the Crisis zur Auswahl. Unter dem Patronat des Departementes für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) und des Eidgenössischen Departementes des Innern (EDI) und des Eidgenössischen gab es keine Verlierer, sondern nur Gewinner.

Denn anders als bei normalen Hackathons, wurde der Gedanke «Gemeinsam gegen Corona» auch hier implementiert. 42 Projekte wurden als Highlight prämiert und erhielten 1000 CHF, alle Projekte erhalten Unterstützung im Gesamtwert von 500.000 CHF, je zur Hälfte als direkte Zuschüsse und in Form von Mentoring, Technologie, Mitgliedschaften, Präsentationen und Unterstützung im Start-Up. Der Hackathon ist für uns also noch nicht zu Ende.

Doch wie läuft ein solcher Hackathon ab?

Tag 1 Finde dein Team und deine Mission

Die Kommunikation fand über Slack, Miro und Zoom statt. Daneben haben zahlreiche Firmen die Teilnehmer mit diversen Gratisangeboten von Cloud bis hin zu künstlicher Intelligenz tatkräftig unterstützt.

Am ersten Tag haben sich die Teams gefunden und es wurde bis am frühen Abend über das Projekt abgestimmt. Jedes Team hatte einen eigenen Channel, wichtige Ankündigungen und organisatorische Hinweise wurden im Channel «Announcements» angekündigt. Im Gemeinsamen «versusvirus» Channel oder im «help-find-members» Channel konnten Teilnehmer nach neuen Mitgliedern suchen, die sich dann im Team-Channel oder im privaten Chat mit dem Team in Verbindung setzten.

Nach einigen Aufrufen, dass zwei Spezialisten aus dem Bereich E-Health und Healthcare Teammitglieder suchen, wurden wir von Anfragen fast überflutet. Über 24 Personen hatten Interesse für eine Zusammenarbeit gezeigt. Man traf sich in Videokonferenzen und so trennte sich auch schnell die Spreu vom Weizen, denn unser 9-köpfiges Team Healthstormer nahm sich der Challenge des HUG an.

Unsere Mission

Baue eine vertrauenswürdige Plattform, die es erlaubt medizinische Ausrüstung zu kaufen, verkaufen und auszutauschen.  Wir nahmen uns dieser an und erweiterten das Angebot um den Austausch von Personal und des Berichtswesens für die Finanzabteilung zur Abwicklung nach Covid-19.

Die Geburt von PandaLogica

Bis ca. 3 Uhr morgens arbeiteten wir an unserem Konzept. Wir nutzten hierfür Zoom zum Sprechen und Miro als Whiteboard, da wir so alle gemeinsam an einem Dokument arbeiten konnten.

Unsere Motivation steigerte sich am späten Abend, als wir unsere Lösung mit Mentoren und Medizinern des HUG besprochen hatten. Die Rückmeldungen waren sehr positiv und wir erkannten, dass unsere Lösung gerade für Hausärzte sehr interessant ist, da sie nicht über die Einkaufsmöglichkeiten wie Spitäler verfügen.

Uns packte der Geist des Hackathons. Hochmotiviert ging es den ganzen Abend zu. Wer uns von extern zuschaute musste den Eindruck gewinnen, dass ein Schwarm kleiner Bienen über den Bildschirm huschte.

Ein Hackathon wäre auch nicht ein Hackathon, wenn es keine Events und Workshops gäbe. Meetings zu den verschiedensten Themen von Kommunikation bis Kreativität wurden angeboten und am Abend konnte man eine Zoom-Disco besuchen. Unser Team hatte seine eigene Art und so prosteten wir uns in einer Videokonferenz zu. Schliesslich muss der erste gemeinsame Erfolg und unsere tolle Zusammenarbeit gefeiert werden.

Tag 2 How to ….

Wir starteten am Morgen mit einer gemeinsamen Yoga Einheit, gefolgt von einem Update und diversen How to do Events von Video bis Pitch.

Die Umsetzung unseres Projekts schritt voran. Da es im Hackathon an Marketing-Leuten und UX-Designern mangelte, begaben wir uns auf die Suche. Nicht nur konnten wir einen UX Designer für unser Team gewinnen, sondern auch UX-Mentoren. Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle an unseren Mentor Chat Wacharamanotham von der Universität Zürich für seine wertvollen Inputs, die Zeit und das zur Verfügung stellen von Software.

Kennen Sie das WHO Rezept und wie können Sie in Krisen liefern?

Die Informationsbeschaffung stand für uns bis zum Nachmittag im Fokus und so telefonierten wir mit Unternehmern aus der Logistik und Spirituosenbranche, mit Medizinern und anderen Hackern, die spannende Add Ons bereits auf Hackathons im Ausland gebaut haben. Ziel war es sowohl einen Austausch der Ärzte, Spitäler, Heime und mobilen Pflege untereinander, aber auch mit anderen Lieferanten zu bauen.

Nicht nur wir suchten nach Lösungen, sondern auch 600 andere Teams. Healthcare Spezialisten in Prozessen schienen sehr gefragt und so war es selbstverständlich, dass wir unser Healthcare Fachwissen auch mit anderen Teams teilten, die u.a. an der internen Logistik und Prognosen von Bettenauslastungen arbeiteten.

Unsere Use Cases für den Prototypen formten sich und wir teilten uns in zwei Teams auf: Die Entwickler und die Pitcher. Denn nicht nur ein Prototyp musste entwickelt werden, sondern auch ein Video und eine kurze Präsentation. Leider fehlten in unserem Team ein Marketing und ein Kommunikationsspezialist. Und so nahm sich das Pitch Team dieser Herausforderung an, während das DevOps Team sich in React JS an die Umsetzung des MVP begab.

Tag 3 Challenge completed

Leidenschaftliche Hacker schlafen nicht. Und so wurde die Nacht hindurch an der Story für das Video und das Logo von PandaLogica gearbeitet, das Front End programmiert und viel gelacht. Denn eines darf bei einem Hackathon nie zu kurz kommen, Leidenschaft, Motivation, Teamgeist und jede Menge lustige Momente.

Es herrschte kein Konkurrenzkampf unter den Teams, sondern ein Miteinander gegen einen gemeinsamen Feind: COVID19. Das macht diesen Hackathon für mich zu etwas Besonderem.

Auch die Tatsache, dass dieser Hackathon als Vorlage für den Hackathon in Canada dient, zeigt, dass das «Made in Switzerland» für Innovation und Kreativität steht.

An dieser Stelle möchte ich mich bei meinem Team für all die unglaublichen Momente und die Entwicklung von PandaLogica, einem Game Changer bedanken.

Mehr über uns, können Sie auf https://devpost.com/software/pandalogica erfahren.

Unser Video https://youtu.be/8fEo01IxOTU

Unseren Prototypen finden Sie hier: https://pandalogica.now.sh/start

Tag 4 Stay together and work on it

Der offizielle Teil ist vorbei, doch wir arbeiten weiter, denn unser Motto ist: More healthy doctors a day, keeps COVID19 away. Sie wollen unsere Idee unterstützen? Dann zögern Sie nicht uns anzufragen. Wir freuen uns auf Feedback, Branchenwissen und Unterstützer jeglicher Art.

 

Foto: Pexels.com

Autorin: Hannah Bock-Koltschin, M.A. Management Gesundheits- und Sozialeinrichtungen, Mitglied swissICT Fachgruppe Digital Transformation Insights

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